mehrere Kinder

Verband Kita-Fachkräfte Bayern: Impfpflicht für Beschäftigte von Kitas und Schulen

14.07.2021 Kommentare (4)

derzeit herrscht in der Gesellschaft eine Debatte über das Thema „Impfpflicht für Beschäftigte von Kitas und Schulen“. Aus diesem Grund wollen wir als Verband uns hier klar positionieren. Wir lehnen die Impfpflicht für Beschäftigte in Kitas ab.

Unsere Position hat folgende Gründe:

  • Jeder Mensch darf selbst über seinen Körper bestimmen. Das gilt auch für das Thema Impfungen. Es darf demnach keiner gezwungen werden sich impfen zu lassen.
  • Der Personalmangel im frühkindlichen Bildungsbereich würde sich durch eine Impfpflicht voraussichtlich noch weiter verstärken, da die Chance hoch ist, dass einige Beschäftigte dadurch das Berufsfeld verlassen werden.
  • Die Einhaltung einer Impfpflicht muss überprüft werden. Diese Aufgabe müssten wahrscheinlich wieder die Kita-Leitungen übernehmen, wie auch schon bei der Masern-Impfpflicht. Das würde zusätzliche Arbeit bedeuten.
  • Auch andere Berufsgruppen (beispielsweise Kranken- und AltenpflegerInnen, ÄrztInnen, VerkäuferInnen, BusfahrerInnen, ect.) und Eltern haben enge Kontakte zu vielen Menschen, die die Kinder anstecken könnten. Auch diese Gruppen müssten demnach in einer Impfpflicht inbegriffen sein. Im Sinne der Gleichberechtigung aller Menschen müsste dann eine generelle Impfpflicht eingeführt werden.
  • In Kitas kommen sehr viele Menschen zusammen. Das sind Kinder, Eltern, Personal und externe Anbieter. Wir empfinden eine Impfpflicht, die nur für das Personal gelten würde als stigmatisierend.
  • Alle genannten Personen haben enge Kontakte zu den Kindern und schützen sich meist noch weniger als das Personal. Das ist oft schon geimpft, testet sich regelmäßig und trägt einen Mund-Nasen-Schutz. Solche hohen Hygienestandards sind nicht für alle Kinder möglich.
  • Trotz geringer Studienlagen belegen einige Studien zudem, dass sich auch Geimpfte mit Covid- 19 infizieren und das Virus weitergeben können. Dieser Punkt wird auch von der Staatsregierung immer wieder als Rechtfertigung für die Maskenpflicht des pädagogischen Personals genutzt. Auch wenn die ausgestoßene Viruslast mit Impfung geringer ist, rechtfertigt das für uns keine Impfpflicht.

Wir empfinden andere Möglichkeiten, wie eine Testpflicht für Kinder und Personal, Ausschluss von Kindern mit Krankheitssymptomen und die generelle Verbesserung von Rahmenbedingungen, z.B. mehr Personal, um Gruppen verkleinern zu können und dadurch Kontakte zu reduzieren als sinnvollere Maßnahmen, um der Pandemie zu begegnen.

Quelle: Vorstand des Verbandes Kita-Fachkräfte Bayern

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Kommentare (4)

Martin Schiessl 18 September 2021, 11:28

Für Pädagogisches Personal sollte explizit eine Impfpflicht bestehen denn es kann sich keiner
der die Impfung verweigert die Folgekosten erkrankter Kinder leisten.

C. Doering 14 September 2021, 18:09

Ich kann es nicht verstehen, dass bei einer neuartigen Impftechnik, die noch nicht einmal regulär zugelassen ist und bei der diejenigen die sich damit impfen lassen Teil einer Studie sind, überhaupt über eine Pflicht nachgedacht wird. Zudem weiß man jetzt schon, dass sich der Impfschutz ziemlich schnell abschwächt, so dass halbjährlich oder jährlich geimpft werden müsste. Wer will das durchsetzen und kontrollieren. Ich selbst kenne inzwischen sehr viele Personen, die schwere Nebenwirkungen hatten. Diese wollen sich alle kein drittes Mal impfen lassen. Mit der Zeit würde eine Impfpflicht (Voraussetzung wäre eine reguläre Zulassung) dazu führern, dass immer mehr dringend benötigtes Personal kündigen oder den Beruf garnicht erst ergreifen würde. Studien aus Israel belegen, das die natürliche Immunität viel länger anhält und vor allem auch gegen die Varianten schützt. Gerade die Kinder merken ja kaum, wenn sie erkrankt sind (Grippe ist für Kinder gefährlicher). Meine Tochter hatte gleich zu Anfang Corona und hat es sehr gut überstanden. Sie hat jetzt noch, nach 1,5 Jahren, Antikörper im Blut. Diese natürlich erworbene Immunität wird uns letztendlich aus der Pandemie herausholen, da wahrscheinlich schon sehr viele sie haben, zusätzlich zu den Geimpften. Warum werden die natürlich immunisierten Menschen immer unter den Teppich gekehrt?
Der Vergleich zur Masernimpfung hinkt insofern, als dass Masernimmunität fürs ganze Leben hält und man das Impfrisiko meist nur einmal auf sich nehmen muß. Der Impfstoff ist sehr viele Jahre erprobt und hat sehr viel weniger Nebenwirkungen.

S. Sperlich 10 September 2021, 16:06

Ich kann Fr. Kunzelmann nur zustimmen!
Um Verantwortung gegenüber einer Personengruppe zu übernehmen, die sich nicht selber durch Maske oder Impfung schützen kann (und hier liegt für mich ein entscheidender Unterschied zu Berufsgruppen wie Kranken- oder Altenpfleger, wo sich die „Schützlinge“ durch die genannten Maßnahmen zumindest auch selbst schützen können), sollte es meiner Meinung nach eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich Erzieherinnen und Erzieher impfen lassen müssen.
Wie im Artikel erwähnt, haben wir bereits eine Impfpflicht bei Masern und diese schließt sogar unsere Kinder mit ein - als Voraussetzung um die Einrichtung überhaupt besuchen zu dürfen (was ich befürworte)! Wo liegt dann der Unterschied zu einer Impfpflicht bei Corona?
Außerdem halte ich die Impfung, wie Fr. Kunzelmann, als einzigen langfristig wirksamen Weg aus der Pandemie und das ist sicher ein Ziel, das wir alle gemeinsam haben! In diesem Sinne gilt die Verantwortung natürlich nicht nur für die Erzieherinnen und Erzieher, sondern auch für die Eltern (und alle anderen)!
Die alternativen Maßnahmen, die im Artikel genannt werden, wären zwar ebenfalls nicht schlecht, dürften aber an dem ebenfalls erwähnten Problem scheitern, dass nicht genug Personal zur Verfügung steht - abgesehen davon, dass diese längst nicht so wirksam wären, wie eine Impfung.

C. Kunzelmann 01 September 2021, 23:51

Ich bin absolut für die Impfpflicht für pädagogisches Personal. Solange es keine Möglichkeit für Kinder unter 12 Jahren gibt sich impfen zu lassen, sind wir in der Verantwortung diese Kinder zu schützen, um erneute Lockdowns und damit verbundene Schul- und Kitaschliessungen zu vermeiden.Wer sich die Statistiken zu Impfdurchbrüchen anschaut und die Oxford Studie richtig liest, sieht sehr genau, dass die Impfung schützt. Wenn ich ehrlich bin, würde ich sogar eine Impfpflicht für ALLE fordern. Nur so haben wir wieder eine Chance auf so etwas wie Normalität! Das Recht auf körperliche Unversehrtheit von jedem von uns, MUSS über allem stehen.

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