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SOS-Kinderdorf zum Weltkindertag: Kinderrechte schaffen Zukunft!

21.09.2020 Kommentare (0)

Zum Weltkindertag am 20. September ruft SOS-Kinderdorf e.V. dazu auf, politische Prioritäten während der Corona-Pandemie stärker zugunsten der jungen Generation zu setzen: „Wir fordern mehr politische Entschlossenheit, die Umsetzung von Kinderrechten auch in der Krise zu gewährleisten. Bei allen notwendigen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz gilt es, diesen zukünftig besser mit guten Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten für Heranwachsende in Balance zu bringen. Eine Krisenpolitik, die die junge Generation unzureichend beteiligt und ihre Rechte kaum berücksichtigt, wirkt sich drastisch auf das Wohlergehen und den Bildungsweg vieler Heranwachsender aus und wird die Benachteiligung vieler junger Menschen noch weiter verschärfen“, sagt Luise Pfütze, Stabsstelle Advocacy der Kinderhilfsorganisation.

Der Weltkindertag, der jährlich am 20. September auf die Situation und die Rechte von Kindern aufmerksam macht, steht in diesem Jahr unter dem Eindruck der weltweiten Corona-Pandemie. In Anbetracht steigender Fallzahlen und neuer möglicher Beschränkungen fordert SOS-Kinderdorf eine größere Sensibilität dafür, wie junge Menschen und ihre Rechte vom Krisenmodus betroffen sind. Denn die Lebenssituation, Bedürfnisse und Belange von Heranwachsenden haben während der Pandemie bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt, ihre Stimme zu für sie zutiefst einschneidenden Maßnahmen wurde kaum gehört. „Die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung, Beteiligung und Persönlichkeitsentwicklung gelten auch in der Krise und müssen so gut es geht umgesetzt werden. Denn junge Menschen können ihre Entwicklung nicht einfach auf später verschieben. Es ist höchste Zeit, das Wohlergehen junger Menschen zur Leitschnur einer zukunftsgerichteten Politik zu machen – auch und gerade in der Krise“, mahnt Kinderrechtsexpertin Pfütze.

Die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten vieler Kinder waren während der letzten Monate stark eingeschränkt. Die Corona-Pandemie trifft junge Menschen ganz besonders in den bildungsbezogenen Übergängen zwischen Kita, Schule, Ausbildung und Berufseinstieg sowie beim Erwerben von Abschlüssen. Nicht zuletzt das sogenannte Home Schooling birgt die Gefahr, Bildungsungerechtigkeit weiter zu manifestieren: Nicht alle Kinder verfügen über die notwendige technische und räumliche Ausstattung und nicht alle Eltern können ihre Kinder beim Lernen von daheim unterstützen. „Damit nicht noch mehr junge Menschen zu Bildungsverlierer*innen werden, braucht es insbesondere für benachteiligte Kinder und ihre Familien mehr Unterstützung sowie eine stärkere Sensibilisierung für ihre erschwerte Lage. Es muss gewährleistet sein, dass pädagogische Fachkräfte auch im Falle geschlossener Bildungseinrichtungen auf die individuelle Situation von Kindern eingehen können“, erklärt Pfütze.

Kontaktbeschränkungen und soziale Isolation haben in vielen Familien zu erheblichen Belastungen geführt. Leidtragende waren und sind in vielen Fällen die Kinder. Daher ist es unbedingt geboten, das Recht auf Schutz vor Gewalt bei allen zukünftigen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Es ist unerlässlich, dass der Kinderschutz, aber auch präventive Maßnahmen, so ausgestattet sind, dass die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe jederzeit gut arbeiten können. Denn es ist ihre Aufgabe, Gefährdungslagen zu erkennen und frühzeitig einzugreifen. Unterstützungsmaßnahmen für Familien müssen jederzeit vor Ort erreichbar bleiben, um für Familien da zu sein und sie schon präventiv zu stärken. „Familien durch diese Krisenzeit zu begleiten und so auch die Kinder besser zu schützen, muss höchste Priorität bei allen politischen Entscheidungen haben“, fordert die Expertin von SOS-Kinderdorf.

Quelle: Pressemitteilung von SOS-Kinderdorf vom 17. September 2020

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