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Kindernothilfe stellt Studie zu frühkindlicher Bildung vor

03.10.2015 Kommentare (0)

Frühkindliche Bildung ist eine Lösung, um den Kampf gegen Armut endlich zu gewinnen. Denn qualitativ hochwertige Bildungsangebote bereits für kleine Mädchen und Jungen haben das Potenzial, ganze Gesellschaften nachhaltig in ihrer Entwicklung zu stärken. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München im Auftrag der Kindernothilfe, die am 23. September in Berlin vorgestellt wurde. Damit wird empirisch nachgewiesen, dass die frühe Förderung und Bildung von Kindern deutlich größere Effekte hat als sämtliche spätere Maßnahmen im Bereich von Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Trotzdem geht der Ausbau frühkindlicher Bildungsangebote in vielen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens nur zögerlich voran: Nur jedes fünfte Kind in Entwicklungsländern hat Zugang zu vorschulischen Bildungsangeboten – diese sind zudem teuer und oft von schlechter Qualität.

Dabei haben frühkindliche Angebote in Familien und vorschulischen Einrichtungen einen entscheidenden Einfluss auf die späteren Lern- und Bildungserfolge, wie die Studie von Prof. Dr. Reinhard Markowetz von der Universität München deutlich herausstellt. „Auch kleine Mädchen und Jungen in strukturschwachen, ländlichen Regionen und in Krisengebieten haben ein Recht auf frühkindliche Bildung, genauso wie Kinder, die aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sozialen Gruppenzugehörigkeit oder einer Behinderung von Ausgrenzung und Diskriminierung betroffen sind", sagt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. „Gerade für diese Kinder ist eine frühe Förderung eine riesige Chance." Frühkindliche Bildung sollte dabei immer ganzheitlich gedacht werden: Die Kinder müssten sozial-emotional, psychisch und physisch in den Blick genommen werden. Es gilt, ihre individuellen Talente zu entdecken, ihr selbstständiges Denken zu fördern und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Allgemein empfehlen die Autoren der Studie neben der Sicherung der Grundversorgung der Kinder – also ihrer Ernährung, Gesundheit und Hygiene – auch Qualifizierungsmaßnahmen für die Erwachsenen und Aufklärungskampagnen, um die Wertschätzung der frühkindlichen Bildung in der jeweiligen Gesellschaft zu erhöhen.

Darüber hinaus raten sie zu deutlich mehr Finanzmitteln in diesem Bildungsbereich, zum Aufbau von Kooperationen und interdisziplinären Netzwerken sowie zu einer engen Zusammenarbeit mit den Behörden. Katrin Weidemann: „Die Bedeutung frühkindlicher Bildung scheint zwar von vielen Entscheidungsträgern anerkannt zu sein, der Überzeugung folgen jedoch noch zu selten konkrete Handlungen – das ist auch in Deutschland nicht anders." Die Kindernothilfe fordert, zehn Prozent der deutschen Entwicklungshilfegelder in die Grundbildung einschließlich frühkindlicher Bildung zu investieren. Bisher sind es lediglich zwei Prozent.

Quelle: Pressemitteilung der Kindernothilfe vom 23.9.2015

 

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