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Freiwillige Corona-Tests für Fachkräfte an Kitas und Schulen in mehreren Bundesländern

24.09.2020 Kommentare (1)

Die Sommerferien neigen sich in den meisten Bundesländern ihrem Ende zu und die Rückkehr zum Regelbetrieb in Schulen und Kitas naht. Um erneute flächendeckende Ansteckungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu vermeiden, haben mehrere Bundesländer nun landesweite Teststrategien für Beschäftigte in Bildungseinrichtungen beschlossen.

Mit den neuen Regelungen der Bundesländer können sich erstmals Lehrkräfte an Schulen kostenlos testen lassen, die keine Corona-Symptome aufweisen. In einigen Bundesländern beinhaltet dies nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch Erzieherinnen und Erzieher sowie das weitere Personal an Schulen, Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege. Die Tests sind nicht verpflichtend, sondern finden überall auf freiwilliger Basis statt. Für wen die Tests gelten, wie viele Tests die Beschäftigten durchführen können und wie die Testverfahren im Einzelnen aussehen, hängt dabei von den länderspezifischen Modalitäten ab.

Mehr Sicherheit beim Regelbetrieb unter Pandemie Bedingungen

Die Tests sollen helfen, asymptomatisch infizierte Personen schnell zu identifizieren und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Wie die Brandenburgische Regierung erklärt, stehen dabei der Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen und die Vermeidung erneuter Beschränkungsmaßnahmen für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben im Vordergrund. 

Susanne Eisenmann, Kultusministerin in Baden-Württemberg, erklärt, wie wichtig die Teststrategien zudem für das Sicherheitsgefühl an Schulen und in Kitas sind: „Auch wenn die Tests natürlich keine absolute Sicherheit bieten, so sind sie doch wichtig für das Wohlbefinden der Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher. Dieser psychologische Effekt darf nicht unterschätzt werden.“

Trotzdem sollen die Tests lediglich als Ergänzung der jeweiligen Vorsichtsmaßnahmen an Schulen und Kitas angesehen werden und die geltenden Hygienemaßnahmen keinesfalls ersetzen. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha betont: „Tests sind jedoch nur eine Momentaufnahme. Abstands- und Hygieneregeln müssen unbedingt eingehalten werden.“ 

Unterstützung der Bundesregierung für die Kindertagesbetreuung

Die Teststrategien gelten in fast allen Bundesländern bereits für Lehrkräfte und Personal an Schulen. Dass auch Beschäftigte in der Kindertagesbetreuung unterstützt werden sollten, erklärte die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey in einer Pressemitteilung am 10. August 2020. Es sei wichtig, dass „man keinen Unterschied zwischen Lehrerinnen und Lehrern an der Grundschule und Erzieherinnen und Erziehern im Kita-Bereich oder im Bereich der ergänzenden Betreuung macht“. Daher spricht Giffey eine klare Empfehlung für alle Bundesländer aus, auch kostenlose und regelmäßige Corona-Tests für Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten zu ermöglichen.

Zudem formuliert das BMFSFJ weitere Leitlinien für Kitas und sichert finanzielle und wissenschaftliche Unterstützung zu: Für den Kita-Ausbau wird ein Investitionsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro zur Verfügung gestellt, ein Corona-KiTa-Rat soll den Regelbetrieb beratend begleiten und die Corona-KiTa-Studie die Auswirkungen der Pandemie auf die Kindertagesbetreuung untersuchen. Die Studie soll die Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen erforschen und dazu beitragen, Lösungsansätze zu ermitteln, wie Kinder und Betreuungspersonen am besten zu schützen sind. Dieses dreigliedrige Hilfsprogramm des Bundes soll die Kitas bei der Rückkehr zum Regelbetrieb unterstützen. 

Informationen der Bundesländer

Für wen die Teststrategien im kommenden Schul- und Kita-Jahr gelten, wie viele Testungen pro Fachkraft möglich sind und in welchem Turnus die Tests durchgeführt werden können, variiert je nach Bundesland. Informationen der Länder finden Sie über die folgenden Links:
[zuletzt aktualisiert am 12.08.2020]

Quelle: Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe

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Kommentare (1)

Angelika Mauel 25 September 2020, 15:42

Warum wird im Artikel nicht erwähnt, dass Erzieher - zumindest in NRW - den Test, der unangenehm sein kann und sie selbst gar nicht schützt, in ihrer Freizeit vornehmen lassen? Für diejenigen, die es wegen der Öffnungszeiten der Arztpraxen nicht schaffen, ihn außerhalb der Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen, bleibt nur die Möglichkeit, unbezahlt der Arbeit fernzubleiben, wodurch sie in manchen Arbeitsfeldern Minusstunden aufbauen, die sie später abarbeiten müssen.

Entsprechend gering fällt die Teilnahme am Test aus. Ich frage mich auch, ob so ein Test wirklich, wie von Kultusministerin Eisenmann festgestellt, wichtig für das Wohlbefinden der Lehrkräfte und der Erzieherinnen und Erzieher ist. Ich denke, dass Pädagogen den Test auf sich nehmen, weil sie verhindern wollen, dass sie in Kitas und Schulen oder daheim andere anstecken. Vor allem für behinderte Kinder, zum Beispiel Kinder mit Down-Syndrom und einem schweren Herzfehler, ist eine Infektion mit Sars-CoV-2 gefährlich.

Und trotz steigender Infektionen in den Institutionen soll der kostenlose Test mit Beginn der Herbstferien auslaufen: https://www.sueddeutsche.de/bildung/schulen-duesseldorf-lehrer-und-erzieher-ende-der-kostenlosen-corona-tests-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200923-99-679470

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